Freitag, 21. Januar 2011

Michael Sontag- Offsite Fashion Week Berlin


Michael Sontag



Zuerst einmal muss ich meine gestrige Kritik am Berliner Fashion-Publikum relativieren. Vielleicht lag es daran, dass die Präsentation nicht im obligatorischen Zelt am Bebelplatz stattfand, sondern im sehr puristischen Römischen Hof, mit toller Atmosphäre. Denn die Zuschauer, die sich dort versammelten waren genauso vorzeigbar und authentisch wie die Stücke von Michael Sontag. Es gab kein "klassisches" Laufstegevent, sondern eine einstündige Präsentation der neuesten Arbeit (das Wort Kollektion verwendet er nicht gerne) des Wahl-Berliners. Michael Sontag wehrt sich gegen Schubladen, Normen und Einschränkungen. Er designt ohne Vorbilder, Orientierung an Trends - und ohne vorher zu zeichnen. Und so entstehen direkt an der Schneiderpuppe zeitlose Stücke, mit oft ungewöhnlichen Formen, aber immer tragbar und ansprechend, in natürlichen Tönen und Materialien.

Meine Favoriten:



Die 13 Outfits waren eine gelungene Mischung aus Komfort und Raffinesse. Sie vermittelten den Eindruck eines vielseitigen, coolen und innovativen Berlins, dass durch und durch authentisch ist und sehr wohl ganz vorne mitspielen kann.

Hier weitere Impressionen:


Gesichtet: Annette Weber auf der Fashion Week





Weiße Strümpfe? In silbernen Pumps? Klingt sonderbar. Und nicht unbedingt so, als würde das ein Trend sein, den wir in der nächsten Saison unbedingt nachahmen müssen. So präsentierte sich heute die Chefredakteurin der deutschen Instyle auf der Fashion Week in Berlin. Ungewohnt fröhlich stellte sie sich dem Sturm an Interviews und Fotografen. In Punkto Frisur (?!) und Make-Up blieb die Münchnerin ihrer alltäglichen Light-Version treu. Und so bescherte uns Frau Weber keine wirkliche Überraschung oder gar modische Inspiration. Hatten wir aber auch nicht wirklich erwartet, oder?


Annette Weber im Zelt der Mercedes Benz Fashion Week am Bebelplatz


BRIGITTE Fashion Event 2011 – „Ohne Models“



Das Frauenmagazin Brigitte präsentierte am 19. Januar als Auftakt einer Reihe von Shows in der „Alten Kongresshalle“ in München vor ausgewählten Gästen wie Andrea Kaiser oder Karen Webb neueste Trends für Frühjahr/Sommer 2011. Nach München folgen weitere Events in Frankfurt (21.Jan.), Düsseldorf (26.Jan.) und in Hamburg (28.Jan.) und einer besonderen Show für Brigitte-Leserinnen am 29. Januar.

Brigitte hat sich für ihre Fotostrecken bereits letztes Jahr auf die Arbeit mit „normalen“ Frauen konzentriert und „richtige“ Models ausgeschlossen. So tragen nun auch auf den Fashion Events Frauen „mit Persönlichkeit“ und in sämtlichen Konfektionsgrößen die Laufsteg-Looks von aktuellen Labels, die von den BRIGITTE-Moderedakteurinnen Bärbel Recktenwald und Sophia Costima zusammengestellt wurden.

Das Konzept „Ohne Models“ scheint auch hier aufgegangen zu sein, die prominenten Gäste sollen durchweg positiv angetan gewesen sein. Große Stars aus der Promi- und Fashion-Szene ließen sich allerdings weniger blicken. Wir gehen mal davon aus, dass dieser Umstand unter anderem der zeitgleich stattfindenen Mercedes Benz Fashion Week in Berlin zu verdanken war.


Fashion & Fame mit Philipp Plein und Emma Brown: Übermut tut selten gut!

Vorweg, wer gestern Abend um 20.15 Uhr die großangekündigte Nachwuchs-Designer Show "Fashion & Fame" nicht geguckt haben sollte hat nichts verpasst!

Man nehme sieben mal mehr, mal weniger talentierte "Designer" oder überspitzt ausgedrückt: Von jedem etwas. Vom süßen kleinen Nesthäcken übers Ossi-Mädel, bis hin zur Gothic Designerin und einem schwulen "Star aus Rumänien" ist alles dabei. Eben schön "gemischt für die Quote", wobei die mit 6,9 % für einen Donnerstagabend in der Prime-Time wirklich nicht lobenswert war.

Die sieben Designer © ProSieben
So im übrigen auch die ganze Show. Weder Bling-Bling Designer Philipp Plein, noch Kollegin Emma Brown sind gemacht fürs TV. Wenn Mr. Schlaftablette nichts zu sagen hat, springt schnell Mrs. Supertoll ein um mit ihrem englischen Akzent für ordentlich Kritik und Lästerein zu sorgen. Aber wer ist überhaupt diese Emma Brown? Um ehrlich zu sagen, hat das wohl vor der Show kaum jemanden interessiert. Wenn man sie googelt erfährt man jedoch, dass die Wahl-Münchnerin eine eigene Taschen-Kollektion designt hat.

Die Jury: Aura Lione, Philipp Plein und Emma Brown © ProSieben
Was eine Taschen-Designerin nun großartig über ein Klamottenlabel bzw. deren heranstrebende "Designer" zu sagen hat, nun ja das lassen wir hier mal unbeantwortet. Zu sagen ist jedoch, dass "Fashion & Fame" in keinster Weise an das Vorbild "Project Runway" von Heidi Klum und Star-Designer Michael Kors herankommt.

Unter dem Motto "Design your Dream" müsssen die Kandidaten jede Woche eine Aufgabe bewältigen und etwas für das Label "Gold Cut" schneidern und designen. Der Gewinner der Show wird Chef-Designer von Gold-Cut werden. Dieses Mal war die Aufgabe, ein Damen-Shirt zu entwerfen, was einige völlig missverstanden hatten und so landete der schlechteste Entwurf im warsten Sinne des Wortes im (Fege-) Feuer.

Die "Ossi-Designerin" Sunny muss ihr T-Shirt verbrennen © ProSieben
Ex-Model und Tochter reicher Eltern "Jill" hat sich "designen selber beigebracht" und bereits ein eigenes Label in Berlin auf dem Kurfürstendamm, welches Ex-GNTM Juror Rolfe nach der Eröffnung mit 'einer Show wie in so nem Einkaufszentrum' beschrieb. Wegen einer "Lungenentzündung" konnte das Society-Girl gleich bei der ersten Design-Aufgabe nicht mitmachen.

Unser Tipp: Ein bisschen mehr auf den aktuellen Design-Prozess eingehen und zeigen wie die Sachen entstehen, anstatt auf aufgesetzte Nebengeschichten zu den einzelnen Designern eingehen.

wir wünschen uns: Mehr Aufnahmen wie diese, wo tatsächlich mal modetechnisch was entworfen und gemacht wird :) © ProSieben
Wir bleiben also gespannt auf die nächsten "Outfits" die vor der Jury verbrannt werden müssen und fragen mal nach, wer in nem halben Jahr noch weiß was "Gold Cut" eigentlich war.

Highlights Fashion Week Berlin Day 2

Am zweiten Tag der Mercedes Benz Fashion Week in Berlin zeigten wieder tolle Designer wie Schuhmacher, Rena Lange, Allude, Laurèl, Perret Schaad usw. die heißen Trends für Herbst/Winter 2011.

Im Mittelpunkt: kräftige Farben wie Fuchsia, Royalblau oder Gelb. Mutige Farbkombinationen mit kräftigem Rot und leuchtendem Orange. Im Kontrast dazu softe Nudetöne, Braun und Cognac. Und was natürlich niemals fehlen darf – klassisches Schwarz.

Was bleibt: Pelz! Voluminöse Pelzkrägen, lange Pelzschals und klassische Pelzmäntel.

Dawid Tomaszewksi


Schuhmacher


Rena Lange

Perret Schaad


Laurèl


Allude
Fotos: Mercedes Benz Fashion Week

Donnerstag, 20. Januar 2011

Fashion Week Berlin - Was trägt man da?

Was trägt man eigentlich auf der Fashion Week. Nicht als Model, sondern als Besucher der Schauen und des Rahmenprogramms? Müsste das Fashion-Publikum nicht besonders stylish sein, gekonnt in Szene gesetzt und mit einer Ahnung auf neue Trends?

Lässt man seinen Blick über die Gäste schweifen, die sich vor Beginn der Shows am Bebelplatz versammeln, lässt sich die erhoffte Inspiration auf einige “Trends” reduzieren, die sich dauernd wiederholen: Lederleggings (ständig und figurunabhängig), rote Lippen (glänzend bis schreiend), Pelz (Mäntel und Westen), Schwarz (sicher ist sicher) und auf jeden Fall hohe Schuhe- ob Keilabsatz, Pumps oder Stiefel. Nichts Neues dabei? Richtig. Kurz und knapp: die Outifts sind ganz schön langweilig. Nur vereinzelt gibt es Lichtblicke und polarisierende Personen wie Barbara Schöneberger und die schöne und riesige Karolina Kurkova.

Leider bestätigt sich also das Problem, gegen das die Berliner Modewoche seit Jahren kämpft: den Besuchern ist es ebenso wie der Fashion Week selbst noch nicht gelungen, ein authentisches Profil zu schaffen. Unter den hauptsächlich deutschen Gästen sucht man vergeblich nach Trendsettern. Promis- von A bis C- sind dafür einige anwesend:




Fotos: Mercedes Benz Fashion Week


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